Der Landschaftspark der Klosterruine Disibodenberg

Der damalige Eigentümer der Ruine Disibodenberg, Peter Wannemann, ein Kaufmann aus Bad Kreuznach, beschließt im Jahre 1841, auf dem Disibodenberg unter Einbezug der Ruinen und nach englischem Vorbild einen Landschaftspark anzulegen.

Der Gartenarchitekt Johann Metzger aus Worms, ein Freund der Familie, wird mit der Planung und Durchführung der Anlage beauftragt. Metzger war Gartendirektor der Universität Heidelberg und unter anderem verantwortlich für den Heidelberger Schlossgarten und den Botanischen Garten, ebenso war er als Berater für die badische Landwirtschaft tätig. Sein beruflicher Werdegang wurde gekrönt mit der Verleihung des Ritterkreuzes des Ordens vom Zähringer Löwen durch den Markgrafen von Baden.

Zeitgleich mit den Arbeiten am Disibodenberg arbeitete Metzger für die Stadt Bad Dürkheim einen Landschaftspark innerhalb der Klosterruine Limburg aus, der als Kurpark gedacht war. Ein ähnliches Konzept war für die Gäste der Kurstadt Bad Kreuznach mit der Anlage auf dem Disibodenberg vorgesehen.

In einem Aufmassplan aus dem Jahr 1841 ist das Gesamtkonzept des Parks gut zu erkennen. Herrliche Aussichten, schattige Plätze und gute Erreichbarkeit der Ruinen waren die Intention des Johann Metzger und sollten dem Besucher eine angenehme Besichtigung des ehemaligen Klosters ermöglichen. Durch eine besondere Auswahl und Anordnung der Pflanzen wurde eine romantische Stimmung erzeugt, die den Ausdruck des Vergänglichen und Erhabenen der Ruinen noch verstärken sollten.

Bis heute ist ein großer Teil der originalen Anlage erhalten und wird durch die Scivias-Stiftung und mit Fördermitteln des Landesamtes für Denkmalpflege im Rahmen eines Parkpflegewerkes für die Besucher der Ruinen wieder herausgearbeitet.